In meinem Blogeintrag über "die 5 überzeugenden Gründe für eine Insulinpumpe" habe ich geschrieben, dass die diabetische Ketoazidose ein großer Nachteil der Insulinpumpentherapie ist.

Ketoazidose – ein lebensgefährlicher Zustand für Diabetiker!

Hier schreibe ich warum und wann sie auftritt, was die Symptome sind und was Du beachten musst.

1. Was ist eine Diabetische Ketoazidose (DKA)?

Es ist ein lebensgefährlicher Zustand für einen Diabetiker. Bist Du in dieser Situation, dann du musst schnell handeln.

Eine Ketoazidose ist die Kombination aus Ketose und Azidose.

Es ist ein spezieller Stoffwechselzustand. Hierbei steigt der Körper vom Kohlenhydratstoffwechsel auf Fettstoffwechsel um. Folglich wird ab diesem Zeitpunk Fett als primäre Energiequelle nutzt. 

Unsere Muskeln und Organe brauchen zum Funktionieren Energie. Diese Energie bekommt unser Körper aus der Nahrung, die wir zu uns nehmen.

Unser Körper wandelt Kohlenhydrate zur Glukose um. Ab diesem Zeitpunkt steht diese sofort, unmittelbar und ohne „Abfallprodukte“ zur Verfügung.


Sobald wir kein aktives Insulin im Körper haben, fällt unser System in eine Art Panik. Unser Körper denkt, dass keine Kohlenhydrate mehr vorhanden sind. Folglich kann auch keine Energie bereitstehen. Als eine Reaktion darauf wird unser Fettdepot angezapft. 

Wenn unser Körper Fett (genauer gesagt Fettsäuren) als Energiequelle nutzt, dann entstehen dabei Ketone als eine Art Abfall. Diese Fettsäuren führen dann zu einer Übersäuerung. 


Bei der Azidose handelt es sich um eine Übersäuerung des Blutes. Hierbei kommt es einer Störung des Säure-Basen-Haushalts. Unser Blut hat einen bestimmten pH-Wert. Wenn dieser Wert abfällt, dann übersäuern wir.

2. Bei wem kann eine Diabetische Ketoazidose entstehen?

Eine DKA kann nur bei insulinpflichtigen Diabetikern entstehen.

Das Insulin ist ein Fetthemmer in unserem Körper. Solange sich Insulin in unserem Körper befindet, ist der Fettabbau gehemmt.

Daher ist es wichtig, dass Du zwischen absoluten und relativen Insulinmangel unterscheidest.

Die Hauptrisikogruppe für eine Ketoazidose sind insulinpflichtige Diabetiker mit einer Insulinpumpe.

Wird Deine Insulinzufuhr unterbrochen, führt das sehr schnell zu einer Entgleisung, da kein Depot- bzw. Langzeitinsulin in Deinem Körper vorhanden ist.

Bei Insulinpumpenträgern gibt es eine Faustregel. Ist Dein Blutzucker über 250 mg/dl und hast Du eine Insulinpumpe, dann prüfe immer auf Ketone.

Eine Ketoazidose tritt bei insulinpflichtigen Diabetikern ohne Insulinpumpe weniger auf, da diese durch das Langzeitinsulin über ein Insulindepot verfügen.

Dennoch kann hier unter Umständen auch eine Ketoazidose enstehen.

Zum Beispiel weil Du vergisst Dein Basalinsulin zu spritzen, das Basalinsulin kaputt ist, oder der Zeitabstand zur letzten Basisinjektion viel zu lang ist.

Ein absoluter Insulinmangel kann auch entstehen wenn unser Körper plötzlich einen erhöhten Basisbedarf an Insulin hat.

Dies kann z.B. der Fall bei hohem Fieber oder starken Entzündungen sein.

Als Pumpenträger ist es wichtig, dass du die Basisrate erhöhst oder wenn Du mit Pen’s spritzt, dass du immer wieder nachkorrigierst.

3. Eine beginnende DKA bei mir

Ich bin in einer Nacht um ca. 23:30 mit 110 mg/dl schlafen gegangen. Um 3:00 (zum Glück) aufgewacht um auf die Toilette zu gehen.

Da mir das sehr komisch vorkam, habe ich meinen Blutzucker gemessen. Dieser war um die 300mg/dl. Bei diesem Wert habe ich gleich Ketone gemessen und diese waren bei 0,7 mmol/L. 

Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen. Da es das erste Mal für mich war habe ich meine Frau aufgeweckt und gebeten, ein Auge auf mich zu werfen.

Ich habe 20% vom Tagesinsulinbedarf gespritzt und meinen Blutzucker jede Stunde gemessen. Wie in der Einschulung gelernt viel Wasser getrunken (damit die Ketone über den Urin ausgeschieden werden).

Als der Blutzucker dann abgefallen ist, habe ich Kalium und Kalzium zu mir genommen (Kiwi).

Ketoazidose

3. Wann tritt eine diabetische Ketoazidose ein?

Bei einem absoluten Insulinmangel! Wenn Du einen relativen Insulinmangel hast, dann ist einfach zu wenig Insulin in Deinem Körper.

Es ist genug Insulin um Deinen Basisbedarf zu decken. Der Basisbedarf ist für die Aufrechterhaltung der Organe und Muskeln notwendig. Du hast Dich einfach beim Essen verschätzt und hast daher zu wenig Insulin für die Mahlzeit gespritzt.

Wenn kein Insulin im Köper besteht ODER weniger als 50% Deines Basisbedarfs, dann hast Du einen absoluten Insulinmangel.

“Beachte vor allem, dass sich Dein Basisbedarf an Insulin über die Zeit ändert.”

Vor allem wenn Du krank bist. Fieber und Entzündungen im Körper führen dazu, dass Dein Basisbedarf um 200 – 300% steigen kann.

4. Was passiert in unserem Körper?

Bei einer DKA denkt unser Körper, dass er keine Energie bekommt und zapft daher unser Fett an.

Da keine Energie in die Zellen kommt, weil kein Insulin vorhanden ist, versucht unser Körper immer mehr Energie aus den Fettreserven zu bekommen. Bei diesem Vorgang entstehen immer mehr Ketone. 

Unser Blut wird in diesem Fall regelrecht von Fettsäuren überschwemmt.

Bei einer Person ohne Diabetes wird in diesem Fall Insulin ausgeschüttet, sodass die Ketone aus dem Blut gelangen. 

Bei uns, insulinpflichtigen Diabetikern ist das nicht möglich und die Ketone bleiben im Blut bis unser Körper komplett übersäuert.

In diesem Fall sinkt unser ph-Wert im Blut so stark, dass wir eine schwere Stoffwechselentgleisung rutschen und in ein tödliches Koma fallen können.

5. Welche Ketonwerte auftreten können

Ketone:

  • <0.6 mmol/L – Normal
  • >0.6 mmol/L – Ketose
  • >1.5 mmol/L – Risiko einer DKA (Diabetische Ketoazidose)
  • >3 mmol/      - DKA

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6. Was sind die Symptome einer diabetischen Ketoazidose?

  • Unerklärlich hoher Blutzucker
  • Schnelles und flaches Atmen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Bauchkrämpfe
  • Schwindel
  • Atem riecht nach Azeton

Der erste Indikator ist ein unerklärlich hoher Blutzucker. Ist Dein Blutzucker höher als 250 mg/dl und Du kannst Dir nicht erklären warum, dann messe unbedingt Deine Ketone.

Entweder im Urin mit Urinteststreifen oder mit dem ß-Ketonteststreifen blutig messen.

Die blutige Messung ist immer genauer und aktueller. Nach der Messung bekommst Du am Display den Ketonwert in mmol angezeigt.

Sobald Du Ketone im Körper hast, wird Dein Körper alles versuchen, um die Ketone aus dem Blut zu bekommen. Daher transportiert er diese durch die Luft raus. Das ist der Grund warum Du einen Atem nach Nagellack hast.

Ein weiterer Weg ist der Transport über den Urin.

Da dieser Vorgang etwas länger dauert, hast Du bei der Urinmessung eine 30-minütige Verzögerung. 

“Die wichtigsten Symptome eine Ketoazidose sind, ein nicht erklärbar hoher Blutzucker sowie gemessene Ketone.
Tritt beides auf, dann unbedingt schnell handeln!!!”

7. Wann Du noch positive Ketone hast

Du kannst aber auch Ketone im Blut haben, ohne dass du gleich eine Ketoazidose hast.

Wenn Du fastest, wirst Du in der Regel Hungerketone im Körper haben. Die Ketone kommen auch dann vor, wenn Du eine lange Sporteinheit machst und Dein Körper auf Deine Fettreserven zurückgreift.

Ein weiterer Fall tritt ein, wenn Du nicht unbedingt fastest, aber keine Kohlenhydrate zu Dir nimmst weil du eine Diät machst (wie z.B. bei einer Low-Carb-Diät). In diesen Fällen, wirst Du positive Ketone haben.

Wäre das oben bei Dir der Fall und würde Dein Blutzucker > 250 mg/dl sein, dann ist es extrem wichtig eine beginnende Ketoazidose schnell zu erkennen.

8. Was Du bei einer beginnenden Ketoazidose tun musst!

SOFORT handeln!

Zuerst gib jemanden in Deiner Umgebung Bescheid! Es könnte sein, dass ein Notarzt gerufen werden muss. 

In meiner Einschulung wurde mir folgender Plan bei einer beginnenden DKA mitgegeben:

  • Bei einer Ketose sofort 20% Deines Tages-Insulin-Bedarfs spritzen.
  • Einen anderen PEN benutzen. Der aktuelle PEN oder die Insulinpumpe könnten kaputt sein.
  • Viel Trinken.
  • Keine körperliche Belastung.
  • Kaluimzufuhr durch Lebensmittel wie z.B. Kiwi's (Bananen würde ich nicht empfehlen, da diese einen hohen glykämischen Index haben)  aber keine Präparate, weil sie nicht so gut vom Körper aufgenommen werden.

8. Fazit:

Die Hauptrisikiogruppe einer Ketoazidose sind Tpy1-Diabetiker mit einer Insulinpumpe. Aber auch Typ1-Diabetiker mit Langzeitinsulin können unter Umständen in eine Ketoaziodse rutschen.

Die Ketoazidose kann sich sehr schnell entwickeln und dann besteht Lebensgefahr.

Deshalb ist es wichtig eine diabetische Ketoazidose so schnell wie möglich zu erkennen und zu behandeln. Du solltest daher wissen, was zu tun ist.


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Schau auch ich meinem Blog vorbei. Du findest sicher viele hilfreiche Tipps & Tricks.

Dein

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