zittrige Hände, weiche Knie, Schweißausbrüche, Orientierungslosigkeit, Konzentrationsschwäche, Angstzustände, Panik. Das ist keine Prüfung, Präsentation oder Meeting, sondern eine Unterzuckerung. Das Nervige, das in jedem Alltag eines Diabetikers vorkommt und nicht wegzudenken ist. Leider.

Aus diesem Grund schreibe ich hier über die Symptome sowie meinen Umgang mit dem alltäglichen, nervigen und lebensgefährlichen Begleiter.

1. Was ist eine Unterzuckerung?

Bei einer Unterzuckerung ist zu viel Insulin bzw. zu wenig Kohlenhydrate in unserem  Blut. Unser Blutzucker sinkt so stark, sodass unser Körper Alarmsignale sendet.

Sinkt der Wert zu tief droht die Bewusstlosigkeit oder sogar der Tod. Durch den unkontrollierten Sturz bei Bewusstlosigkeit können sehr schwere Verletzungen entstehen.

Ein anderes und viel größeres Problem ist, dass das Koma zum Tod führen kann.

Anzeichen einer Unterzuckerung sind ab einem Wert von 70 mg/dl möglich.

Was viele nicht wissen ist ,dass Du Symptome einer Unterzuckerung auch bei einem hohen Wert haben kannst. Wenn Dein Blutzuckerwert rasch absinkt aber dennoch hoch ist – z.B. innerhalb von paar Minuten von 250 mg/dl auf 180 mg/dl.

Die Symptome sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Unterschiedlich in der Art, Intensität, nicht jeder nimmt die gleichen Symptome war und diese können sich auch ändern.

Auch nicht-Diabetiker können einen Blutzucker von 55 mg/dl bekommen, vor allem in der Nacht und wenn sie eine Diät machen.

2. Symptome und Anzeichen.

Unterzuckerung Symptome

Bei der Unterzuckerung treten sowohl körperliche Sypmtome als auch „seelische“ Symptome auf: Körperliche Symptome sind:

  • Zittrigkeit
  • Schwindelgefühle
  • Heißhungerattacken
  • Schweißausbrüche
  • Blasse Haut
  • Sprach- und Sehstörungen
  • Krämpfe

"Seelische" Symptome:

  • Konzentrationsschwäche
  • Unruhe
  • Aggressivität
  • Gereiztheit
Bei mir beginnt die Unterzuckerung immer im Kopf. Es ist einfach Gefühl für ein paar Millisekunden „da stimmt gerade etwas nicht“.

2.1. Körperliche Symptome

Meine Hände fangen an zu zittern, bzw. ich habe das Gefühl, dass sie fast schon unkontrolliert beben. Ich schaue immer gleich runter auf meine Hände die sind aber ganz ruhig.

In dieser Sekunde werden meine Knie weich. Es fühlt sich so an, als würden meine Beine einfach nachgeben und ich kerzengerade in den Boden fallen.

Mein Herz klopft wie verrückt. Es fühlt sich so an, als hätte ich einen 200m Sprint hingelegt. Wenn mein Blutzucker noch weiter abfällt, dann wird meine Hautfarbe extrem blass und mein Blick wird glasig.

Wird mein Blutzucker noch niedriger, dann bricht ein starker Kaltschweiß bei mir aus. Mein Shirt ist so, als 

2.2. Seelische Symptome

Bereits ab dem ersten Symptome mit dem Gefühl, dass etwas nicht stimmt, kann ich mich auch gar nicht mehr konzentrieren.

Meine Gedanken sind extrem zerstreut und ich kann keinen klaren Gedanken fassen, wobei gleichzeitig irgendwas in mir „Alarm“ schreit. Hier bin ich extrem gereizt.

Die Symptome sind nicht immer gleich. Über die Zeit verändern die sich auch. Sehr selten habe ich das Gefühl, dass meine Zunge anschwillt oder bekomme starke Kopfschmerzen.

Der niedrigste Blutzuckerwert den ich je bei mir  gemessen habe war 30 mg/dl. Ich war aber zum Glükck noch nie in einer Situation in der ich mir nicht selbst helfen konnte. 

3. Wann tritt eine Unterzuckerung auf?

3. 1. Allgemeine Situationen

Grundsätzlich immer im falschen Moment. Wenn Du kein Diabetiker bist, dann hört Deine Bauchspeicheldrüse automatisch auf Insulin zu produzieren wenn der Blutzucker absinkt.

Bei uns Diabetikern ist Insulin bereits im Körper und so müssen wir Zucker bzw. schnell wirksame Kohlenhydrate (Traubenzucker) von außen zuführen.

Leider ist aber zu viel Insulin noch im Blut oder wir bemerken die Unterzuckerung viel zu spät oder auch gar nicht, sodass leider die Unterzuckerung dennoch passiert.

Oft kommt es zu einer Unterzuckerung da wir uns beim Berechnen der Insulinmenge zu den Mahlzeiten irren. Wir spritzen zu viel Insulin da wir uns bei den Kohlenhydraten verschätzen.

Aber auch eine zu hohe Menge des Basisinsulins kann zu Unterzuckerungen führen. Unser Körper benötigt IMMER einen Basismenge an Insulin (ca. 0,5 Einheiten pro Kg Körpergewicht).

Auch wenn wir nichts essen würden, müssen wir diese Menge spritzen, da unser Körper eine gewisse Menge Insulin braucht um die Körperfunktionen aufrecht zu erhalten.

Dieser Basisbedarf ändert sich über eine gewisse Zeit. Vor allem wenn ich über eine gewisse Zeit nichts esse (z.B. Frühstück & Mittagessen auslasse), dann unterzuckere ich immer ab Abend.

3. 2. Sport

Besondere Vorsicht ist bei Sport geboten. Nicht jede Sportart senkt den Blutzucker (Krafttraining, Intensivtraining erhöhen den Blutzucker bei der Aktivität). Aber hauptsächlich Ausdauersportarten wie Joggen oder Radfahren senken den Blutzucker.

Ein langer Spaziergang, Gartenarbeit oder Shoppen werden dazu führen, dass Du unterzuckern wirst. Das ist deshalb, da bei Bewegung unsere Glucosespeicher entleert werden. Zuerst aus den Muskeln und dann aus der Leber. Ist nichts mehr gespeichert, wird aus dem Blut die Glucose gewonnen und Du unterzuckerst.

Wenn das der Fall ist, dann unbedingt die Glucosespeicher schnell wieder auffüllen. Entweder mit Snacks oder indem Du weniger Mahlzeiteninsulin spritzt.

Alkohol führt auch zu Unterzuckerungen. Vor allem ca. 4-6 Stunden nach dem Konsum fängt der Blutzucker an zu sinken. Daher unbedingt darauf achten, vor allem wenn Du am Abend was trinkst.

Gehe dann immer mit einem erhöhten Blutzucker ins Bett. Außerdem ist bereits bei kleinen Alkoholmengen (ca. 0,5 Promille) Deine Leber mehr mit dem Alkoholabbau beschäftigt und kann daher keine Glucose umwandeln. Ein weiterer Punkt kann auch ein zu langer Spriz-Ess-Abstandt sein.

3. 3. Alkohol


Alkohol führt auch zu Unterzuckerungen. Vor allem ca. 4-6 Stunden nach dem Konsum fängt der Blutzucker an zu sinken. Daher unbedingt darauf achten, vor allem wenn Du am Abend was trinkst.

Gehe dann immer mit einem erhöhten Blutzucker ins Bett. Außerdem ist bereits bei kleinen Alkoholmengen (ca. 0,5 Promille) Deine Leber mehr mit dem Alkoholabbau beschäftigt und kann daher keine Glucose umwandeln. Ein weiterer Punkt kann auch ein zu langer Spriz-Ess-Abstandt sein.


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4. Warum eine Unterzuckerung so gefährlich ist?

Weil die Konsequenzen drastisch sein können. Handelt es sich um eine „normale“ Unterzuckerung ist sie einfach nur nervig.

Du zitterst, schwitzt, kannst dich schwer konzentrieren, hast Probleme einen Gedanken fassen zu können bist gereizt, hast Herzrasen und/oder Du wachst mit diesen Symptomen mitten in der Nacht auf. Da gibt es wesentlich schönere Situationen, egal ob die Hypo in einem Meeting, bei einer Prüfung, in der Straßenbahn oder während dem Schlaf.

Aber in der Regel reicht Traubenzucker und die Unterzuckerung ist vorbei.

Wenn das nicht gelingt und der Blutzucker sinkt sehr stark ab, dann kannst Du das Bewusstsein verlieren – Dich durch den Sturz schwer verletzen oder aus dem Koma nicht mehr aufwachen.

Laut der Diab-Seite https://www.diabsite.de/aktuelles/nachrichten/2009/091027c.html weisen zahlreiche Studien auf die Gefährlichkeit von Unterzuckerungen und„dass in Folge einer Unterzuckerung Demenz, Schlaganfall, Blutdruckkrisen, Herzrhythmusstörungen oder sogar plötzlicher Herzstillstand auftreten können. „ und sogar bis zu 10% von Todesfällen bei Diabetikern verantwortlich sind.

5. Unterzuckert? Was zu tun ist!

Niedriger Blutzucker Dexcom

Du musst so schnell wie möglich zuckerhaltiges zu DIr zuführen. Das können oder Traubenzucker sein.  Grundsätzlich kannst Du auch mit Süßigkeiten Deine (leichte) Hypo bekämpfen.

Ist die Unterzuckerung akut, dann greife zu Traubenzucker oder Fruchtsäften. 

Süßigkeiten haben nicht den gleichen glykämischen Index. Außerdem verbleibt die Süßigkeit länger im Mund als der Fruchtsaft bzw. der Traubenzucker.

So kann es länger dauern bis die Hypo beseitigt wird, aber gerade da kommt kann es auf jede Sekunde ankommen.


6. Fazit: Das mache ich bei Unterzuckerung.

Ich habe immer Traubenzucker dabei - immer, überall (Arbeit/Schule, Auto, Hosentasche, Tasche) und zwar ganze Packungen.

Ist eine leer so wird es gleich aufgefüllt. Ich gehe tatsächlich jede Woche die Menge durch die ich habe. Alternativen habe ich immer im Auge vor allem bei Meetings in der Firma – gezuckerter Espresso oder Pago-Fruchtsaft zur Not.

Ich gehe instinktiv meine wichtigsten Routen (Arbeit-Heimweg; Urlaub) ab und merke mir wo ich etwas (vor allem stark gezuckertes) kaufen kann. Das hat mir bereits sehr oft geholfen. Z.B. ist es so akut, dass ich Traubenzucker kaum essen konnte, hilft ein stark gezuckerter Milchshake von Mc Donalds.

Wenn ich in Meetings bin und merke, dass ich unterzuckere und gerade am Wort bin, dann stelle ich einfach eine Frage bzw. frage eine andere Person. In der Zeit nehme ich Traubenzucker zu mir. Hat immer geklappt und niemand nahm meine Hypo war, außer mir.

Bei langen Besprechungen, gehe ich kurz raus und messe meinen Blutzucker. Zur Not nehme ich vor langen Meetings eine BE zu mir (idealerweise etwas mit niedrigem Glykämischen Index - z.B. einen Apfel).


Mehr über mich erfährst Du auf meiner über mich Seite.

Schau auch ich meinem Blog vorbei. Du findest sicher viele hilfreiche Tipps & Tricks.

Dein

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